„Fusion war richtige Entscheidung“
Männerchor Waester-Voices traf sich zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung

Wolfgang Mintert wurde vom Vorstand des Männerchores Waester-Voices für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. © iz
Belecke – Ein Jahr nach ihrer Fusion blickten die „Waester-Voices“ am Freitag im Deutschen Haus – anlässlich ihrer ersten ordentlichen Mitgliederversammlung – auf ein bewegtes Gründungsjahr zurück und stellten die Weichen für ihre Zukunft. „Wir dürfen euch alle herzlich begrüßen“, eröffneten der „doppelte Rolf“, alias die Vorsitzenden Rolf Jesse und Rolf Wieskemper, den Abend, der mit einem gemeinsamen Grünkohl-Essen begonnen hatte. Der offizielle Teil startete traditionell mit dem gesungenen „Sängergruß“. Im Anschluss gedachten die Sänger mit dem ergreifenden Lied „Herr, deine Güte“ ihrer verstorbenen Sangesbrüder. Gleich von sechs ehemaligen Vereinskollegen musste sich der Chor im vergangenen Jahr verabschieden. Nicht immer war der Gesangsverein dabei zahlreich vertreten. Jesse fand hierzu mahnende Worte: „Ich finde es eine Selbstverständlichkeit, dass wir als aktive Sänger Flagge zeigen und in einer vernünftigen Anzahl bei der Beerdigung auftreten – auch bei Mitgliedern, die nicht mehr singen.“
Dass der Weg zur offiziellen Einheit steinig war, davon zeugten – zusätzlich zu Auftritten und geselligen Terminen – die zahlreichen Fusions-vorbereitenden Sitzungen im vergangenen Jahr. Auch zu den Protokollen gab es erneut Nachfragen. So wollte etwa Ehrenvorsitzender Josef Wüllner wissen, warum die Mitgliedsbeiträge nicht genannt seien. Diese seien in der Geschäftsordnung benannt – die entsprechenden Kopien werden den Mitgliedern zugeschickt. „Für das erste Jahr eines Chores war das schon heftig“, fassten die Vorsitzenden das terminlich dichte Gründungsjahr zusammen.
Dass die Entscheidung zur Fusion richtig war, untermauerten die Zahlen von Statistikführer Markus Berghoff: Die Probenbeteiligung lag bei rund 70 Prozent. Hier glänzte besonders der 2. Bass mit einer Teilnahmequote von 75 Prozent. Karl-Josef Rodehüser und Helmut Wessel durften sich als probenfleißigste Mitglieder über ein Präsent freuen. Zum Start ins Jahr 2026 zählte der Chor 46 (-5) aktive Sänger: 26 Tenöre (je 13 in Tenor 1 und Tenor 2), 11 im Bass 1 und 9 im Bass 2. Im Projektchor singen derzeit 12 Männer, gleichmäßig verteilt auf alle Stimmen. „Die Entscheidung zu fusionieren hat sich als richtig herausgestellt, denn mit 46 Leuten kannst du zehnmal besser singen und auch mehr Spaß haben, als wenn du das mit 20 Aktiven machst“, resümierte Jesse. Man habe die „Reißleine gezogen“, wo andere Chöre sich auflösen mussten.
Zuvor blickte Chorleiter Martin Krömer auf ein, auch für ihn „außergewöhnliches Jahr“ zurück, galt es doch, zwei Chöre zu einem zu formen. Lobend äußerte er sich über die „beiden Highlights“ des Jahres: die offene Probe beim Haus Welschenbeck und das erste große Konzert im Oktober in der Neuen Aula. „Wir haben ein sehr gutes Bild abgegeben“, lobte er. Trotz der Erfolge sah er noch Potenzial und appellierte zu mehr Konzentration, Offenheit zu neuer Chorliteratur und Mut: „Viele singen sprechend. Da steckt mehr in euch. Lieber mal einen falschen Ton raus hauen, als verängstigt mit angezogener Handbremse zu singen.“

Rolf Wieskemper bedankt sich bei Friedhelm Dostal für seine langjährige Vorstandstätigkeit als Kassierer – Foto: © iz
„Überhaupt keine Mängel“ konnte dagegen Kassenprüfer Norbert Heer in den Büchern von Kassierer Friedhelm Dostal finden, der detailliert seinen letzten Kassenbericht abgab. Nach insgesamt 15 Jahren übergab er das Amt an Heinz Bauer. Dieser machte damit seinen Beisitzer-Posten frei, den seinerseits ab sofort Dostal besetzt. Neu als Beisitzer gewählt wurde zudem Markus Schröder, während es für Günter Mertens einstimmig „Wiederwahl“ hieß. Eb

Rolf Wieskemper gratuliert Heinz Bauer zur Wahl des Kassierers – Foto © iz
enso votierte die Versammlung für ihren Vorsitzenden Rolf Wieskemper. „Das wird meine letzte Amtszeit“, machte er aber bereits jetzt klar. Und auch Rolf Jesse meldete ein Ende seiner Vorsitzzeit an: „In drei, vier Jahren brauchen wir einen neuen Vorstand, macht euch das schon mal klar.“ Im nächsten Jahr wird Prüfer Heer von Martin Gotzes unterstützt.
Unterstützung seit einem Vierteljahrhundert erfuhr der Belecker Chor durch die Stimme von Wolfgang Mintert, der seine Ehrung mit Freude entgegennahm.
Mit einem prall gefüllten Terminkalender blicken die „Waester-Voices“ optimistisch in die Zukunft. Von der karnevalistischen Matinée am 8. Februar in der Neuen Aula, bis zur Mitgestaltung des Hochamts zum Pankratius-Fest und des Sturmtages, über die gemeinsame Chorfahrt nach Würzburg im Mai, bis hin zum Empfang eines holländischen Gastchores mit gemeinsamem Konzert im September, stehen noch viele weitere Termine für die Sänger an. Das klare Ziel: „Dass sich der Spaß, den wir beim Singen haben, auch aufs Publikum überträgt, wir neue Sänger in unseren Reihen begrüßen können und dass man schlussendlich in der Öffentlichkeit feststellt: Der Chor ist nicht tot, wir leben noch!“ IZ
Soester Anzeiger Warstein vom 19.01.2026